Metall fräsen lassen: welcher Werkstoff für Ihr Teil?
Wie Stahl, Edelstahl und Messing sich beim Fräsen unterscheiden, was der Behandlungszustand bewirkt und wann vor und wann nach dem Härten gefräst wird.
Zerspanungsgruppen nach DIN ISO 513
Wie sich ein Metall fräsen lässt, hängt von Festigkeit, Zähigkeit und Wärmeleitung ab. Werkzeughersteller ordnen die Werkstoffe deshalb nach DIN ISO 513 in Hauptgruppen, und nach diesen Gruppen richten sich Schneidstoff, Beschichtung und Schnittwerte. Für Frästeile aus Metall zählen vor allem vier davon:
| Gruppe | Werkstoffe | Was beim Fräsen zählt | Bei uns |
|---|---|---|---|
| PStahl | unlegierte und legierte Stähle, etwa Baustahl und Vergütungsstahl | Festigkeit und Behandlungszustand bestimmen Schnittwerte und Werkzeugverschleiß | prüfen wir je Zeichnung |
| MNichtrostend | nichtrostende Stähle, vor allem austenitische | Verfestigung unter der Schneide, geringe Wärmeleitung | prüfen wir je Zeichnung |
| NNichteisen | Nichteisenmetalle wie Aluminium und Messing | hohe Schnittgeschwindigkeiten; Aluminium neigt zu Aufbauschneiden | Aluminium von Anfang an, Messing je Zeichnung |
| HGehärtet | gehärtete Stähle | nur mit besonderen Schneidstoffen und sehr steifen Maschinen | nicht in unserem Angebot |
Quelle: DIN ISO 513 (Klassifizierung und Anwendung harter Schneidstoffe für die Metallzerspanung); die Norm kennt zwei weitere Hauptgruppen, K und S, die auf dieser Seite keine Rolle spielen.
Für Ihre Anfrage heißt das: Die Gruppe bestimmt, mit welchen Werkzeugen und Schnittwerten gefräst wird, und damit einen Teil der Bearbeitungszeit. Zwei Teile gleicher Form können deshalb unterschiedlich lange auf der Maschine liegen, nur weil sie aus verschiedenen Gruppen stammen. Wie stark das neben Menge, Toleranzen und Form wiegt, ordnet der Kostentreiber-Check ein.
Aluminium und Edelstahl in Kürze
Bei Aluminium hängt fast alles an der Legierung und ihrem Zustand: Sie entscheiden über Festigkeit, Eloxierbarkeit und darüber, wie stark sich eine Platte beim Fräsen verzieht.
Nichtrostender Stahl verfestigt sich unter der Schneide und leitet Wärme schlecht; Das Merkblatt 822 der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei nennt dafür als Grundregeln steife Maschinen mit Kraftreserve, kurze und starre Einspannungen und stets scharfe Werkzeuge.
Messing
Messing zählt wie Aluminium zur Gruppe N und gehört zu den Metallen, die sich am leichtesten zerspanen lassen – vor allem die bleihaltigen Automatensorten wie CuZn39Pb3 (CW614N) nach DIN EN 12164. Das Blei wirkt als Spanbrecher: Es entstehen kurze, bröckelnde Späne, die sich gut abführen lassen, und kaum Grat.
Bleiarme und bleifreie Sorten sind zäher. Ihre Späne brechen schlechter, an Kanten bleibt eher ein Grat, und Werkzeug und Schnittwerte müssen darauf abgestimmt werden. Gilt für Ihr Teil eine Vorgabe zum Bleigehalt, gehört sie deshalb in die Anfrage – sie bestimmt die Sorte und damit die Bearbeitung.
Aluminium fräsen wir von Anfang an, als Platte, Block oder Profil. Weitere Werkstoffe wie Stahl, Edelstahl oder Messing prüfen wir je Zeichnung.
Häufige Fragen
Aluminium fräsen wir von Anfang an, als Platte, Block oder Profil. Weitere Werkstoffe wie Stahl, Edelstahl oder Messing prüfen wir je Zeichnung. Nennen Sie uns den Werkstoff mit Zustand gleich in der Anfrage, zum Beispiel 42CrMo4+QT.
Meist davor: Das Teil wird im weichen oder vergüteten Zustand gefräst, an Funktionsflächen mit Aufmaß, dann gehärtet und bei engen Toleranzen geschliffen. Das Härten selbst übernehmen wir nicht.
Stand: 26.09.2026
Werkstoff steht fest?
Nennen Sie Sorte und Zustand gleich in der Anfrage, zum Beispiel 42CrMo4+QT oder EN AW-6082 T6. Wir prüfen die Zeichnung und sagen Ihnen, ob und womit wir das Teil fertigen.